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DHB-Team schlägt Österreich und spielt um Platz fünf

Nach dem verpassten Halbfinale bei der Handball-EM ist für das deutsche Team ein versöhnlicher Abschluss greifbar: Nach einer Top-Leistung gegen Österreich mit einem überragenden Johannes Bitter im Tor ist das Spiel um Platz fünf gesichert.

Die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop bezwang die bei diesem Turnier überraschend starken Österreicher in Wien am Montag (20.02.20) mit 34:22. Nur zu Beginn der Partie hatten die von den heimischen Fans frenetisch angefeuerten Co-Gastgeber Oberwasser. Österreich war aggressiver, zielstrebiger und führte auch dank der starken Bundesliga-Akteure Nikola Bilyk (THW Kiel) und Robert Weber (HSG Nordhorn-Lingen) schnell mit 4:2.
Bitter bringt die Wende

Schon nach einer Viertelstunde nahm Bundestrainer Christian Prokop den möglicherweise entscheidenden Wechsel vor: Johannes Bitter ersetzte den bei diesem Turnier einmal mehr glücklosen Andreas Wolff und brachte sofort die emotionale Komponente in die Mannschaft. Und er parierte auch die Bälle: Kurz vor dem Wechsel hatte der Stuttgarter die überragende Quote von 67 Prozent gehaltenen Bällen zu Buche stehen – dazu leitete er nach abgefangenen Bällen mit seinen langen Pässen auch noch zwei Tore ein. „Er hat eine riesige Erfahrung, die er sofort eingebracht hat. Das war wichtig für die Mannschaft“, lobte DHB-Sportvorstand Axel Kromer den Keeper in der Halbzeitpause in der ARD.

Mit einer 16:13-Führung gingen die Deutschen in die Pause und drehten, wie von Teamchef Oliver Roggisch im ARD-Halbzeit-Interview angekündigt, weiter richtig auf. Immer wieder setzten sich die Turnier-Entdeckungen Philipp Weber (Leipzig) und Timo Kastening (Hannover) in Szene, dazu steuerte der nur bei Strafwürfen eingesetzte Tobias Reichmann (Melsungen) eiskalt seine Tore vom Siebenmeterpunkt bei.

Widerstand der Österreicher ließ nach

Als Fabian Böhm dann mit einem Rückraum-Kracher in der 39. Minute den Vorsprung erstmals auf sieben Treffer ausbaute, erlahmte der Widerstand der Österreicher zusehends. Möglicherweise hatten sie sich vor diesem Duell ein wenig zu sehr unter Druck gesetzt, als sie die Partie zum „Spiel des Jahres“ ausriefen.

Einziger Wermutstropfen der Partie war am Ende die Verletzung von Kreisläufer Patrick Wiencek, der offenbar wegen Knieproblemen in der zweiten Halbzeit nicht mehr mitwirken konnte. Jannik Kohlbacher, Henrik Pekeler und Nachwuchsmann Johannes Golla kompensierten den Ausfall allerdings hervorragend.

Prokop: „Mannschaft hat durchgezogen“

„Wir freuen uns über diesen Sieg“, kommentierte der starke Bitter in der ARD und verwies auf die Niederlage gegen Kroatien am Samstag: „Wir waren in einem Loch. Heute haben wir uns gepuscht.“ Und Prokop sagte: „Es war rein mental eine große Herausforderung.“ Der Coach lobte daher: „Die Mannschaft hat konstant und konzentriert durchgezogen.“

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