Nachrichten

Auböck zieht aus Pandemie Vorteil

Die Coronavirus-Pandemie hat auch den Terminplan von Felix Auböck gehörig durcheinander gewirbelt: keine Olympischen Spiele, keine EM und auch keine US-College-Meisterschaften mit der University of Michigan. Seit Donnerstag ist der frischgebackene Uniabsolvent zurück in der Heimat. Die weltweite Zwangspause will Österreichs Vorzeigeschwimmer im Hinblick auf die großen Aufgaben im kommenden Jahr zu seinem Vorteil nutzen.

Schwimmer dürfen, weil Einzelsportler, seit Montag wieder ihre Trainingsanlagen nutzen. In den meisten anderen Ländern sind die Schwimmbecken hingegen gesperrt. „Ich weiß, dass viele Länder auf der Welt nicht trainieren können. Ich habe aber die Möglichkeit, wieder voll mit dem Training zu beginnen“, sagte Auböck gegenüber dem ORF. Aus diesem Umstand will der 23-jährige Niederösterreicher den Vorteil im Hinblick auf die auf 2021 verschobenen Olympischen Spiele ziehen. „Ich möchte die Zeit nutzen, um besser zu werden und an meinen Schwachstellen zu arbeiten, wenn alle anderen Länder die Möglichkeit nicht haben“, so Auböck.

Der zweifache WM-Finalist von 2017 hat die Olympianorm über 800 m Kraul bereits in der Tasche. Sobald wieder Wettkämpfe ausgetragen werden können, hat der Niederösterreicher die Chance, auch über andere Strecken das Olympialimit zu unterbieten. Die geforderten Zeiten sind aber hart zu erreichen. Über 400 m Kraul etwa muss man dafür um rund vier Sekunden schneller sein als für Rio de Janeiro 2016.

Es ist daher zu erwarten, dass viele Olympiastartplätze mit Nachrückern aufgefüllt werden. Und da stehen einige Topnationen nicht so gut da wie der eine oder andere Österreicher. „Viele hätten ihre Olympiatrials im April oder Mai gehabt“, sagte Auböck in einem APA-Interview und wies darauf hin, dass mancher Star um ein für schnelle Zeiten prädestiniertes Meeting wegen des Coronavirus „umgefallen“ ist. Vom Österreichischen Schwimmverband (OSV) haben Christopher Rothbauer (200 m Brust) und Marlene Kahler (800 m Kraul) Ende Februar und damit kurz vor dem „Lock-down“ ihre Olympiatickets gelöst.

Michigan – Kalifornien – Gartenpool

Zu diesem Zeitpunkt befand sich Auböck an der Universität von Michigan in Ann Arbor nach dem Intensivprogramm in der finalen Vorbereitung auf die Wettkämpfe mit den „Wolverines“. Doch die fielen der Coronavirus-Pandemie zum Opfer. „Aber ich glaube nicht, dass meine Form ganz weg ist“, so Auböck, der vor dem Ausbruch der Krise noch sein Studium der Politikwissenschaften und Geschichte erfolgreich beendete, „es muss nur alles wieder aufgefrischt werden.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.